Beweissicherung an einer Sondermaschine für spanende Bearbeitung

Auftrag:

Der Geschäftsführer des mittelständischen Metallbau-Unternehmens war hochgradig unzufrieden mit der Funktionsweise einer gekauften Sondermaschine für eine Fräsbearbeitung von Metallprodukten. Das Beweissicherungsgutachten sollte dazu dienen, von dem Lieferanten eine funktionierende Problemlösung zu erhalten, sei es einvernehmlich oder gerichtlich. Dazu sollte der Istzustand dokumentiert und mit den Vereinbarungen sowie üblichen Konstruktionen verglichen werden. Abschließend sollten Lösungsansätze aufgezeigt werden.

 

Problematik:

Bei der Anlage handelte es sich um ein Bearbeitungszentrum (BAZ), mit automatischer Teilezuführung und Teileausschleusung per Roboter, Fräs-Bearbeitungseinheit und Kühlschmierstoffmanagement (KSS).

Die bei der Fräsbearbeitung entstehenden Späne wurden nicht ausreichend aus der Anlage ausgeschleust, sondern sammelten sich im Bearbeitungsraum an und es kam zum Spänestau. Dadurch wurden Prozeßstörungen, Werkzeugschäden und Ausschuß verursacht und es kam zu erhöhtem Reinigungsaufwand und Störungen nachgelagerter Prozeßschritte. Die Kernfrage war, in wie weit die gelieferte Maschine den explizit vereinbarten bzw. "normal"-üblichen Anforderungen an diese Art von Bearbeitungsanlage gerecht wurde.

 

Vorgehensweise und Ergebnis:

In einem ersten Ortstermin wurde der Auftrag geklärt und eine erste Analyse der Anlage durchgeführt. Die Problematik der ungenügenden Späneabführung war offensichtlich und wurde detailliert fotografisch festgehalten. In einem zweiten Ortstermin wurde eine Versuchsreihe durchgeführt, wodurch die Ursachen der Späneanhäufungen geklärt wurden.

 

Der Abgleich der Ist-Konstruktion mit den definierten Anforderungen zeigte deutliche Mängel der Anlage auf. Anhand des zu zerspanenden Volumens und der Stückzahlanforderungen war eindeutig, dass ein professionelles Spänemanagement erforderlich war.

Die Recherche von Maschinen mit ähnlicher Funktion ergab, dass der gewählte Maschinenaufbau sowie einige verwendete Komponenten sehr unüblich waren. So war bspw. kein freier Spänefluß aus dem Bearbeitungsraum gegeben und das Gummiband zum Abtransport der Späne war hierzu ungeeignet.

Als Lösungsansätze wurde eine Umrüstung der Anlage in der Weise vorgeschlagen, so dass ein freier Spänefluß nach unten auf einen professionellen Scharnierbandförderer gegeben ist. Dadurch wird gleichzeitig auch das Nebenproblem der derzeit ungünstigen Kühlschmierstofftrennung behoben.

 

 

 

 

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