"Mit Sachverstand Energie sparen"

Dies war das Motto des diesjährigen Deutschen Sachverständigentags (DST).

Die Veranstaltung, die alle 2 Jahre in Berlin stattfindet, ist die wichtigste Zusammenkunft von Sachverständigen sämtlicher Fachbereiche. Der DST wird von rund 30 Organisationen getragen, in denen über 20.000 Sachverständige und Gutachter mitwirken. Damit ist der DST die größte Veranstaltung von Sachverständigen in Deutschland.

Mit dem diesjährigen Schwerpunktthema "Mit Sachverstand Energie sparen" wurde ein Themenkomplex gewählt, der gerade auch vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe in Japan, den Unruhen in vielen Ölexportländern oder der erst kurz zurückliegenden Ölplattform-Havarie im Golf von Mexico, höchste Bedeutung, Aktualität und Brisanz hat.

Vor allem die Sachverständigen in den Fachbereichen "Gebäude" und "Maschinen und Anlagen", haben in diversen Fachvorträgen sowie in den Pausen und der Abendveranstaltung die Situation der Energiever(sch)wendung diskutiert, da ein Großteil der erzeugten Energie in diesen Bereichen verbraucht wird. Und natürlich wurde nicht nur theoretisiert, sondern es wurden auch konkrete Maßnahmen zur Energieeinsparung aufgezeigt.

 

Energieersparnis bei Maschinen und Anlagen

Im Bereich der Maschinen und Anlagen gab es u. a. 3 hochinteressante Fachvorträge, die sich mit folgenden Themen befaßten:

  • Energieersparnis, Effizienzsteigerung und Kostensenkung durch Einsatz eines "TOP-Lagersystems" für Langgüter
  • Energieeinsparung und Kostensenkung durch werterhöhende Reparaturen an Maschinen und Anlagen
  • Maßnahmen zur Schadenvermeidung an Windkraftanlagen

 

TOP-Lagersystem

Viele Lagersysteme für Langgüter bestehen heute aus einem Hochregallager, das von Regalbediengeräten be- und entladen wird. Nachteile dabei sind der hohe Platzbedarf, die langen Be- und Entladezeiten sowie die hohen Anschaffungs- und laufenden Kosten aufgrund der Komplexität der Anlagenteile.

Das TOP-Lagersystem vermeidet diese Nachteile. Ein meist vorhandener Hallen-Portalkran wird als Regalbediengerät umgerüstet. Die Langgüter befinden sich in Lagerfächern, die treppenartig versetzt untereinander angeordnet sind, wobei sich jede "Treppe" verschieben läßt und unter die nächste Treppe gefahren werden kann. Das Gesamtlager hat so eine sehr hohe Dichte und wenig Raumbedarf. Zum Be- und Entladen wird das anzusteuernde Regalfach durch Bilden einer Gasse an seiner Position freigesetzt. Der Zugriff erfolgt von oben durch den Portalkran.

Das TOP-Regalsystem ist sehr kompakt und platzsparend, hat kurze Zugriffszeiten und arbeitet nur mit einfachen Komponenten.

 

Werterhöhende Reparaturen an Maschinen und Anlagen

Der technische Fortschritt wird oftmals besonders transparent, wenn man ältere Maschinen mit Nachfolgemodellen der neuesten Generation vergleicht. Damit ist nicht in erster Linie der Verschleiß von mechanischen Komponenten gemeint. Die gesamte Konzeption moderner Maschinen ist oftmals komplett anders, von der Konstruktion über die verwendeten Materialien, der Elektronik und Steuerungstechnik bis hin zur Einbindung in die Gesamtstruktur großer Mulitmaschinen-Anlagen.

Aber auch im Hinblick auf den Energieverbrauch und die Umweltverträglichkeit sind moderne Maschinen ihren Vorgängern oftmals weit überlegen.

Doch alte Maschinen sind nicht unbedingt gleich schrottreif, nur weil sie alt sind. Sie lassen sich oftmals durch werterhöhende Reparaturen ("Retrofit" in der Werkersprache) auf einen aktuellen Stand bringen. Dazu werden Funktionsgruppen wie Antriebe, Stellantriebe, Spindeln, Meßtechnik etc. erneuert und die Maschine mit einer neuen Steuerung versehen.

Vor allem die Umrüstung auf energieoptimierte Antriebe spart in großem Ausmaß Strom und amortisiert sich daher oftmals schon innerhalb von 1-2 Jahren.

 

Schadenvermeidung an Windkraftanlagen

Windenergie ist einer der großen Hoffnungsträger beim Übergang von fossilen oder atomaren Brennstoffen hin zu regenerativen Energien. Doch Windenergieanlagen (WEA) sind einer Vielzahl unterschiedlichster Belastungen ausgesetzt und diesen nicht dauerhaft gewachsen.

So ist es von sachverständiger Seite aus sehr wichtig, die Schäden zu verstehen, deren Ursachen zu ermitteln, und Vorschläge für eine Verbesserung der Situation zu machen. Dabei muss das Ziel sein, die Verfügbarkeit der WEA zu steigern und das möglichst bei Verringerung von teuren und aufwändigen Wartungs- oder Reparatureinsätzen.

Die bekannteren Schäden sind die Schädigung oder Zerstörung von Lagern oder Getriebe durch Querkräfte oder Vibrationen. Sie werden auch deshalb gerne in den Medien beschrieben, weil ihre Reparatur zumeist sehr teuer und spektakulär ist. Weniger bekannt sind Schäden durch Blitzeinschläge, Kurzschlüsse durch gelöste Kabelverbindungen, abgerissene Flügel oder gebrochene Fundamente, obwohl diese mitunter auch spektakulär sein können.

Als Präventionsmaßnahmen wurden vorgeschlagen:

  • Regelmäßige akustische und visuelle Kontrollen
  • Aktive und passive Thermographie
  • Condition Monitoring Systeme
  • Regelmäßige Schmierölkontrollen
  • Maßnahmen gemäß der Checkliste des BWE

 

 

Fazit für den Bereich Maschinen und Anlagen:

Nicht nur bei den Maschinen und Anlagen als Verbraucher von Energie, sondern auch auf der Erzeugerseite sind noch große Potenziale vorhanden, um dem Ziel einer höheren Energieeffizienz näher zu kommen. Die Sachverständigen der verschiedenen Fachgruppen unterstützen den Prozeß durch ihre fachkundigen Analysen von Schäden oder Ineffizienzen und ihr Know-how bezüglich der Verbesserung der Systeme.

 

 

Wir bieten Unterstützungsleistungen

Gerne unterstützt das Team von Koldewitz-Sachverstand Sie bei der Analyse und Verbesserung des Energie- oder allgemeinen Ressourceneinsatzes in Ihrem Unternehmen oder vermittelt den richtigen Kontakt für Ihre spezifische Fragestellung. Rufen Sie uns einfach an (0228/71017-204) oder mailen uns Ihre Anfrage über unser Kontaktformular.